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11.07.12 00:00 Uhr Events - OnStage

Jetzt schlägt´s 13

Castle Rock 2012

Castle Rock - das Musikfestival von Fans für Fans im Mülheimer Schloss Broich erspielte sich in den nunmehr 13 Jahren seines Bestehens einen hervorragenden Ruf in der Szene als gemütlich-familiäres, aber dennoch stets mit Topbands besetztes Festival und war auch 2012 aus diesem Grunde wieder einmal mit 1400 verkauften Karten ausverkauft. Grund genug, um sich mal auf die Reise von rund 350km zu begeben und sich vor Ort mal selbst davon zu überzeugen.

Bei Ankunft am Freitag, dem 6.7.2012, überraschte zunächst die Location an sich - hatte ich als Pfälzer irgendwie damit gerechnet, dass das Schloss Broich irgendwo abseits gelegen ist kam ich zunächst nicht aus dem Staunen heraus, dass das Schloss tatsächlich mitten in der Stadt Mülheim gelegen ist - inklusive Bahnhaltestellen direkt davor. Schonmal definitiv ein Pluspunkt was die Anbindung angeht.

Opener für diesen Tag waren Schwarzer Engel, das Projekt von Dave Jason, die mit 30minütiger Verspätung dann um 17:30 auch schon loslegten.
Nachdem mich die Band bei letzter Begegnung auf dem Hexentanzfestival am Bostalsee nicht sonderlich begeisterte (hatte sie dort doch allerdings auch mit Technikproblemen zu kämpfen), besserte sich dieser Eindruck nach ein paar Liedern direkt.
Der Düstermetal von Schwarzer Engel ist und bleibt zwar nicht sonnenlichttauglich, stimmte die Anwesenden aber recht gut auf die noch kommenden Bands ein und sorgte durchaus auch für erhobene Arme und gute Laune. Nach wie vor tut mir Dave Jason aber immer noch leid, dass er seine Auftritte in einem dicken schwarzen Lederharnisch absolviert - glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt die temperaturen noch relativ moderat... mit der geschickten Songauswahl von "Apokalypse" bis "Königin der Nacht" attestiere ich Schwarzer Engel durchaus Qualitäten als Festival-Opener. Amüsanterweise stellt die Band anwesende Fotografen übrigens immer wieder vor gewisse Probleme, da Daves Gesicht entweder permanent von seinen Haaren oder durch zweihändiges Mikrofon-Halten verdeckt wurde, was für permanent die Bühnenseite wechselndes Fotovolk sorgt.

Fotostory
Castle Rock 2012

Nach Umbau und persönlicher Begrüßung durch den Veranstalter ging es dann mit "Beauty of Gemina" aus der Schweiz weiter. Die nicht ganz so eingängige Musikrichtung, die sich in der Schnittmenge von Rock, Gothic und Electro mit ein paar Einsprengseln Neue Deutsche Härte kategorisieren ließe, sowie Sänger Michael Sele, optisch mit seiner Sonnenbrille, kariertem Hemd und Akustikgitarre zwischen David Bowie und Heino angesiedelt, sorgten zunächst nur für verhaltenen Applaus. Das Eis zwischen Band und Publikum taute allerdings recht schnell auf, im gleichen Maße wie die Musik auch an Fahrt gewann - und spätestens die kleine humoristische Einlage, dass das "Shadowland Schweiz" nie bei der EM mitspielen dürfe, brach selbiges dann schließlich, bis die Band dann gegen 19 Uhr unter Applaus der Zuhörerschaft die Bühne verließ.

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Beim darauf folgenden Act hingegen gab es dann keine Frage, ob das Publikum positiv auf die Band reagieren würde, gehörte die Bühne doch ab 19:30 den Spielleuten von Tanzwut, bei der wie eigentlich immer der Name auch Programm war - schon bei den ersten paar Liedern wie "Ihr wolltet Spaß" oder "Phönix aus der Asche" herrschte rege Tanzfreude und frenetischer Applaus.
Was dem geneigten Tanzwut-Freak allerdings gleich auffiel: Ardor war nirgends zu sehen. Aufgrund gesundheitlicher Umstände mußte er dem Festival fernbleiben und wurde deswegen durch Pyro ersetzt. Der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch, denn der stets überaus sympathische Sänger der Band, Teufel ("nur echt mit den Hörnchen") gehört dabei aber auch zweifelsohne zu den Frontmännern, für die der Ausdruck Rampensau erfunden wurde und die wissen, wie man ein Publikum mitreißt - von Anfang bis Ende sichtlich gut gelaunt, brachte er die Leute in Stimmung für den Mittelalter-Metal-Elektro-Stil der Band. Ob "Ekstase", "Merseburger Zaubersprüche" oder "Gift", es gab kaum jemanden der sich der Wirkung der Band entziehen konnte. Gegen Ende des Auftritts gab es dann auch noch den "Rückgratreißer", inklusive Holzgerüst mit skelettierten Wirbelsäulen. Den Abschluss des Auftritts bildeten "Bitte bitte", "Folge deinem Herzen" und "Lügner". Leider war der Tanzwut-Gig damit dann auch schon viel zu schnell vorbei, aber um ihnen nachzutrauern blieb kaum Zeit, denn nun war Headliner-Time.

Und diese Funktion nahm am Freitag niemand geringerer als Mono Inc. ein. Diese legten in den letzten Jahren einen geradezu kometenhaften Aufstieg hin und spielten sich in Rekordzeit in die Herzen der Fans - von Opener-Auftritten wie dem Hexentanzfestival 2009 zum abgefeierten Headliner, das muss man Martin Engler, Katha Mia, Carl Fornia und Manuel Antoni erstmal nachmachen... los ging der Auftritt damit, dass Katha Mia alleine vor das Publikum trat, um die Leute anzufeuern, bevor dann der Rest der Band die Bühne betrat. Die Monomanen klärten dann auch nach bereits wenigen Minuten die Fronten, dass sie sich den Headliner-Posten absolut verdient hatten, allen voran Martin Engler bewies wieder eine derartige Spielfreude und kam dermaßen sympathisch und mitreißend rüber dass wohl im gesamten Burghof niemand Kopf oder Füße stillhalten konnte, insbesondere aufgrund der genialen Songauswahl. Da konnte auch der (übrigens den ganzen Tag befürchtete) Regenschauer zwischendurch nichts tun, um die Feierfreude abzukühlen.
Martin erwies sich dabei wieder wie üblich als sehr publikumsnah und interagierte auch mit den anwesenden Fotografen, dass es eine wahre Pracht war. Er ließ es sich auch nicht nehmen während des Auftritts mal die Rollstuhlrampe hinauf zu sprinten und den dortigen Fans die Hand zu schütteln - die eine oder andere Freudenträne wurde dort ganz sicher vergossen.
Aber Mono Inc. hatten noch eine ganz besondere Überraschung im Gepäck: Die Band hatte sich noch etwas spezielles für ihren Headlinerauftritt überlegen sollen, und nach der Aufforderung doch bitte mal alle Handykameras und Fotos ruhen zu lassen gaben Mono Inc darum eine exklusive Premiere des neuen Songs "Arabia", welcher eigentlich erst in 14 Tagen erscheinen sollte - was wohl nicht nur in mir den Wunsch weckte diesen Hammersong bald in Händen halten zu können.
Emotional wurde es noch als Martin sich beim Veranstalter bedankte zum nunmehr dritten mal auf einem Castle Rock auftreten zu dürfen (auch hier hatten Mono Inc. einstmals noch den Opener-Status), was sicher mit eine Rolle bei der steigenden Beliebtheit und dem Aufstieg der Band in Headlinergefilde gespielt hatte. Darauf folgten dann noch "Symphony of Pain", "Revenge" und "Voices of Doom" und, wie könnte es anders sein, ein Drum-Solo von Prinzessin Katha Mia.
Dass danach noch eine Zugabe gefordert wurde, war klar, und hierfür hatte die Band sich dann "Get Some Sleep" aufgespart, einen weiteren Song ohne den kein Mono-Inc-Auftritt so wirklich komplett ist.

Und so endete gegen 22:30 der erste Festivaltag nicht nur für mich mit rauhem Hals, durchnässt vom Regen, schmerzenden Füßen und Rücken, aber einem glückliches Grinsen auf dem Gesicht - und voller Freude über einen gelungenen Tag. Und mehr dazu auf Seite 2 ;-)



Redakteur:   Kai B.
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